Was sollte ich bei der Ernährung während der Behandlung mit GLP-1 Medikamenten beachten?

Gerade in den ersten Wochen gewöhnt sich dein Körper noch an das Medikament. Die richtige Ernährung hilft dir dabei, Nebenwirkungen wie Übelkeit zu vermeiden und dich während der Therapie wohler zu fühlen.

Das solltest du jetzt tun:

Iss langsam und achtsam

Nimm dir Zeit beim Essen und kaue gründlich. So spürst du dein Sättigungsgefühl rechtzeitig und leistest bereits erste Verdauungsarbeit. Hör auf, wenn du angenehm satt bist – nicht erst, wenn du „pappsatt" bist. Weiteressen verstärkt Übelkeit und Unwohlsein.

Setze auf kleine, häufige Mahlzeiten

Dein Magen ist jetzt schneller voll als gewohnt. Iss lieber 3–5 kleinere Mahlzeiten alle 3–4 Stunden statt wenige große. Das ist magenfreundlicher und verhindert Völlegefühl.

Timing beachten

Viele kommen besser zurecht, wenn sie nicht direkt vor oder nach der Injektion eine große Mahlzeit essen. Teste, was für dich am besten funktioniert.

Achte besonders auf Protein (Eiweiß)

Um Muskelmasse zu erhalten, ist ausreichend Eiweiß jetzt besonders wichtig. Gute Quellen sind mageres Fleisch, Fisch, Eier, Quark, fettreduzierter Käse, Hülsenfrüchte oder Tofu. Ziel: Mindestens 1 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag (z. B. bei 80 kg Körpergewicht: 80 g); besser 1,2 g pro kg Körpergewicht. Bei starkem Appetitverlust können auch proteinreiche Drinks helfen. 

Bleib in Bewegung und trainiere Kraft

Regelmäßiges Krafttraining (2–3× pro Woche) in Kombination mit ausreichender Proteinzufuhr schützt deine Muskelmasse während des Abnehmens und verhindert übermäßigen Magermasseverlust. Auch leichte Bewegung wie Spaziergänge hilft der Verdauung – besonders bei Verstopfung.

Trinke ausreichend – über den Tag verteilt

1,5–2 Liter täglich – am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Das beugt Verstopfung vor und hilft gegen Müdigkeit. Bei bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Herz- oder Nierenerkrankungen) können individuelle Trinkmengen erforderlich sein – bitte sprich uns darauf an. Wichtig: Trinke über den Tag verteilt, nicht große Mengen auf einmal. Gerne kannst du dein Wasser mit Zitrone oder Beeren geschmacklich variieren.

Steigere Ballaststoffe langsam

Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sind wichtig für die Verdauung. Auch WICHTIG ist allerdings: Steigere die Menge langsam! In den ersten Wochen können große Rohkostmengen, zu viel Vollkorn oder bestimmte Kohlsorten schwer verträglich sein. Beginne mit kleinen Portionen und achte darauf, wie dein Körper reagiert.

Iss vielfältig und ausgewogen

Setze auf bunte, nährstoffreiche Mahlzeiten. Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Quinoa oder Haferflocken stabilisieren deinen Blutzucker und geben dir konstante Energie. Beachte jedoch, dass Vollkornprodukte in den ersten Wochen für manche schwer verträglich sein können – steigere die Menge langsam.

Eine persönliche Ernährungsberatung kann Dir helfen, das Beste aus der Therapie herauszuholen. Unser Ernährungsberater Tobias Lipp ist für Dich da: Schreibe ihm einfach eine Nachricht unter +49 (0) 176 626 78 100 oder per E-Mail an tobias.lipp@dhms.iedie Beratung ist für Dich kostenfrei.

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